Korsika 22.04. - 06.05.2013

Tag 9 (Ajaccio-Bonifacio, ca. 135 km):

Wir verlassen Ajaccio! Beim Packen der Motorräder vor dem Hotel
weist uns die Gendarmerie darauf hin, dass wir dort nicht parken dürfen,
aber man weist uns einen passenden Platz ein paar Meter weiter auf
dem Bürgersteig zu. Um 13:00 kommen wir in Bonifacio an und finden
gleich beim 2. Hotel preiswerte und gute Zimmer mit Parkplatz, direkt
im Herzen der Altstadt! Ich orakle gleich, dass da was faul sein muß...
Ist es auch: beim Einchecken erfahren wir, dass die Zimmer nur für
eine Nacht zu haben sind! Suchen wir also weiter. Das Touristenbüro
hat was für uns gefunden, leider etwas außerhalb, aber angesichts der
Ferien in Frankreich und dementsprechend ausgebuchter Hotels sind
wir froh, überhaupt was zu finden. Wir wandern ein wenig in Bonifacios
Altstadt umher und schießen Fotos, dabei entdecken wir eine Treppe
zur Küste hinunter (Escalier du Roi d'Aragon), die seltsamerweise
Eintritt kostet. Ernst hat keine Lust auf Abenteuer, aber Regine und
ich wagen den Abstieg in die grausige Tiefe... Die Treppe umfaßt 87
ultrasteile Stufen mit bis zu 30 cm Höhe. An der Küste entlang bis zu
einer kleinen Bucht führt ein gut 200 m langer, in die Felsen gehauener
Weg, der tolle Ausblicke ermöglicht. Der Weg lohnt sich, trotz des
enorm steilen Ab- und Aufstiegs. Danach hangeln wir uns über zahllose
Treppen wieder in die "Neustadt" hinab, um bei einem der zahlreichen
Restaurants am Hafen Energie in Form von Futter nachwerfen zu
können. Vorher werden im örtlichen Supermarkt ein paar Biere für
den Abend gekauft - schließlich wollen wir nicht mit Alkohol im Blut
Mopped fahren... Ein ordentlicher Gewitterguß überrascht uns beim
späteren Abendessen, sodaß ich nach dessen Abklingen für die
Heimfahrt die Füße auf die Sturzbügel der BMW lege, damit die
dünnen Sommerklamotten, die ich für die kurze Strecke angezogen
habe, nicht naß werden. 2 Biere und einen Spielfilm (Rowan Atkinson
als "Johnny English" in französischer Sprache) später wird die Nacht-
ruhe eingeleitet.

Altstadt Bonifacio Tolle Aussichten Kramladen
Atemberaubende Küstenlandschaft Die Treppe des Todes... :-)
An der Küste entlang... ...gibt es immer wieder einzig-
artige Ausblicke

Tag 10 (Bonifacio-Bootstour-Porto Vecchio, ca. 125 km):

Der Wetterbericht verheißt Sonne pur, das Gewittergrummeln am
Himmel läßt dagegen nichts Gutes erahnen. Mal sehen, ob die
geplante Bootstour entlang der Küste Bonifacios nicht doch noch
ins Wasser fällt. Aber wir haben Glück, der Himmel hellt sich auf,
die Bootstour ist bei strahlendem Sonnenschein ein wahrer Augen-
schmaus, die Küste ist ein atemberaubender Anblick mit den fast
weißen Felsen, dem blau-grünen Wasser, den Lagunen und Grotten.
Wir knipsen ohne Ende Fotos, die 17,50 Euro für die Bootstour
sind wahrlich gut angelegt. Anschließend fahren wir nach Porto
Vecchio und sehen uns dort um - nett, aber kein Highlight. Das Eis
für 14 (!) Euro dagegen stopft dermaßen, das ich mich kaum
bewegen kann. Beim Bummel durch die Altstadt sehen wir kurz
den Enfield- Fahrer aus Sartene wieder. Ein kurzer Strandbesuch
schließt sich an, wir genießen die schon recht warme Sonne.
Dann treten wir den Rückweg an, wir suchen uns in der Altstadt
von Bonifacio ein Restaurant aus und lassen den Abend langsam
ausklingen. Zu guter Letzt gibt's bei stimmiger Abendbeleuchtung
eine kleine Fotosession durch die engen Altstadtgassen.

 
In der Grotte des Sdragonato Die Ausblicke...
...sind einfach unbeschreiblich... ..vielfältig, bunt... ...und teils bizarr!
Am Hafen von Porto Vecchio Man faulenzt am Strand Die nächtlichen Gassen...
...von Bonifacio... ...sind ein Fest für Fotografen

Tag 11 (Bonifacio-Bastia, ca. 170 km):

Nach dem Frühstück wird gepackt, wir müssen wieder zurück nach
Bastia. Bei einer kurzen Rast schließen wir eine Wette ab, ob der
gerade ankommende LKW Fahrer wohl seinen Motor laufen
läßt, wie so viele Einheimische. Entgegen unserer Vermutung tut
er's nicht - vermutlich ein Zugereister... :-) Gegen 13:15 sind wir
bereits am Ziel, das vorgebuchte Hotel ist schnell gefunden. Aber
was machen wir mit dem Nachmittag? Wir entscheiden uns gegen
eine schnelle Tour Richtung Nordwesten (der letzte weiße Fleck
auf unserer Karte), sondern sehen uns zu Fuß Bastia an. Der alte
Hafen lädt besonders zum Flanieren und Eis essen ein. Das Sight-
seeing endet am späten Nachmittag mit einem Vorabend- Ruhe-
stündchen - schließlich sind wir nicht mehr die Jüngsten... :-)
Beim anschließenden Abendessen wird noch das Vorgehen für
den nächsten Tag besprochen, wir müssen früh aus den Federn,
unsere Fähre zurück nach Frankreich fährt bereits um 08:00 los.

Altstadthaus in Bastia mit "Charakter" Die Einfahrt des alten Hafens Die Zitadelle Bastias
Stimmungsvolle
Kirchenbeleuchtung
Ein liebevoll eingerichteter
Spirituosenladen
Der alte Yachthafen

Tag 12 (Bastia-Nizza-Pinerolo, ca. 220 km, ohne Fährkilometer):

Früh, sehr früh, viel zu früh klingelt der Wecker des Smartphones.
Nach einer Katzenwäsche werden die Moppeds beladen und die
wenigen Meter bis zum Hafen gefahren. Das Boarding geht deutlich
zügiger als bei der Abahrt in Savona vonstatten, aber es warten
diesmal auch nicht so viele Passgiere. An Deck werden flugs 3
Sonnenliegen requiriert, dann heißt es warten und etwas Sonnen-
baden. Die laute Bordmusik auf dem Sonnendeck mit der "Lido-"
Bar nervt zeitweise stark, aber die 5 1/2 Stunden gehen irgend-
wann auch vorbei. Der Sonnenbrand wird jedenfalls auch noch
eine Weile im Gedächtnis bleiben... Nachdem sich der Ansturm
der von der Fähre abfahrenden Touristen aus Nizza verzogen hat,
fahren wir auch los. Über den Col de Nice, Col de Braus
(fantastisch) und den Col de Broise fahren wir Richtung Italien,
wir bekommen einen ganz kurzen Regenschauer ab, bleiben
ansonsten aber trotz drohender Regenwolken ringsum trocken.
In Pinerolo finden wir ein etwas teures, aber fantastisches Hotel.
Für uns überraschend erweist sich die Altstadt mit ihren gepflegten
und schmucken Gassen als echter Hingucker.

Das gemeinsame Selbstportrait
will einfach nicht gelingen -
ständig latscht einer durchs Bild
Man sonnt sich an Deck Nizza in Sicht 

Die Altstadt von Pinerolo... ...ist wirklich sehr hübsch
 

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TIPP:
- Bonifacio ist ein echtes Highlight unter den Städten Korsikas,
   die spektakuläre Lage der Altstadt begeistert.
- Es schadet nicht, die Unterkünfte vorab zu buchen, gerade in der
   Hochsaison hat man sonst relativ wenig Ausweichmöglichkeiten.
- Nichts ist ärgerlicher, als sich zu wenig Zeit zu gönnen, gerade im
   Vergleich mit dem 2011er Urlaub fiel mir das immer wieder deutlich auf.

Letztes Update: 15.05.2013